Celtoi

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Das Wort Celtoi ist der ursprung des modernen Begriffes "Kelten".In der Antike ist der Begriff "Keltoi" (griechisch) und "Celtae" (Latein) überliefert, die sich beide wahrscheinlich vom einheimischen Wort Celtoi (evtl. "Die Erhabenen" oder "Die Krieger") ableiten.Als "Keltoi" bezeichneten sich laut Strabon ursprünglich nur die Stämme der Narbonensis, die später aber "(...) wegen ihres Ruhmes oder auch nur weil die Massalioten sie besser kannten, auf die anderen "Gallatai" übertragen worden sei (...)".Auch bei Cäsar bezeichnet der Begriff Celtae zumeist nur einen Teil der Gallier, bei ihm allerdings die "eigentlichen Kelten" um sie von den ursprünglich nicht gallischen Aquitanern (wahrscheinlich Verwandte der heutigen Basken) und Belgen (angeblich keltisierte Germanen) zu unterscheiden.

Mittlerweile hat sich der Begriff "Celtoi" teilweise auch als Selbstbezeichnung im keltischen Rekonstruktionismus eingebürgert, diese Form der Verwendung ist neu und bezieht sich eventuell auf einen "tongue-in-Cheek" Begriff, oder aber auf das amerikanische "Keltoi Magazine", möglicherweise ist seine Etablierung auch der Verwendung des Begriffes "Celtoi" in der Reenactmentszene zu verdanken.Er wird vor allem vom Celtoi.net, Celtoi eV und einigen Toutas verwendet, ist aber nicht als allgemein gültiger Überbegriff von allen CR akzeptiert.

Moderner Keltenbegriff in der Forschung

In der heutigen Zeit wird der Keltenbegriff uneinheitlich gebraucht.Zum einen bezeichnet er die in der historischen Überlieferung der, zumeist klassischen, Autoren genannten Völker der Gallier, Belgen, Alpenkelten, Galater, Ostkelten oder Kelto-Skythen und Keltiberer, zuweilen werden auch die Aquitaner, Kelto-Ligurer, Lusitaner, Lepontier, Noriker, Britannier, Pikten oder Caledonier und Hiberner zur Gruppe der keltischen Völker gezählt (obgleich in der Antike der Begriff Kelten zumeist nur eine Subgruppe der Gallier umfasste) oder die spätantiken romanisierten Gallo-Romanen und Romano-Briten, zum anderen bezeichnet er aber alle Angehörigen der sogenannten "keltischen Sprachgruppe", somit die historischen Sprecher des ausgestorbenen Festlandkeltischen und die modernen Sprecher der inselkeltischen Sprachen: Irisch, Schottisch-Gälisch, Walisisch, Manx, Bretonisch und Cornisch.Zum dritten werden die Kelten oftmals mit der sogenannten La Téne Kultur gleichgesetzt der die historischen Gallier und Britannier zuzuordnen sind, oftmals wird auch die Vorgängerkultur der Hallstattzeit, selten sogar bereits deren Vorläufer, die Urnenfelderkultur, als "Keltisch" oder "Protokeltisch" bezeichnet. Es ist eine weitverbreitete Kompromißlösung die Kelten heute nicht als einheitliches Volk sondern als "Kulturkreis" zu bezeichnen, welche jedoch widerum Schwierigkeiten mit sich bringt.


Vorfahren der Kelten?

Die keltische Kultur wird heute zumeist mit der La Téne-Kultur (450-15 n. Chr.) identifiziert, wobei dies mittlerweile oft differenzierter gesehen wird, da z.B. die nördlichen Ausläufer der La Téne von Rhein-Weser Germanen getragen wurde (z.B. den Cheruskern).Die La Téne bildete sich vor allem aus dem späten West-Hallstattkreis heraus, der zum Teil schon als frühkeltisch oder Proto-Keltisch bezeichnet wird.Da der Hallstattkreis (800-450 v. Chr.) sich widerum direkt aus der Urnenfelderkultur (1300 v. Chr. bis 800 v. Chr.) herausbildete, welche widerum aus der jüngeren Hügelgräberkultur mitteleuropas entstand und sich seit der Hügelgräberzeit (1600 v. Chr. bis 1300 v. Chr.) keine größere Zuwanderung neuer Bevölkerungselemente nach Mitteleuropa nachweisen lässt, wird zumeist angenommen ,daß die Proto-oder Prä-keltischen Kulturen sich aus den mittelbronzeitlichen Kulturen Mitteleuropas ausbildeten, in jener Zeit werden sich wohl auch die ersten ur- oder protokeltischen Dialekte herausgebildet haben, evtl. aus einem hypothetischen italo-keltischen Zweig der indo-europäischen Sprachfamilie, welcher u.a. in der ersten Hälfte des zweiten Jahrtausends vor Christus verortet wird.Für die Zeit in der sich das proto-keltische herausbildete wurden in der Vergangenheit verschiedene, mitunter weit auseinanderdriftende Zeiträume, vom 6100 v.Chr. bis 1700 v.Chr. angenommen, doch bleiben soche zeitlichen einordnungen und eindeutige Identifikationen lokaler Sachkulkturen mit rekonstuierten Sprachgruppen rein spekulativ.

Probleme der Keltendefinition

  • In der Antike war nur ein Teil der Völker welche der La Ténekultur angehörten als Kelten bekannt.
  • Bei vielen La Téne Gruppen ist unklar ob deren Träger eine keltische Sprache sprachen, so neigen neuere Untersuchungen dazu als Träger der nördlichsten La téne Ausläufer die -oder einen Teil der - Elbgermanen auszumachen.
  • Die heute als "keltisch" bekannten Sprachen tragen diesen Namen erst seit dem 19. Jahrhundert als Sprachforscher herausfanden ,daß die gälischen und britannischen Sprachen mit dem ausgestorbenem Keltischen verwandt sind.
  • Einige der in der Antike als Kelten oder Gallier bezeichneten Völker sprachen recht sicher kein keltisch, so wird das aquitanische z.B. in die Nähe des baskischen gerückt.
  • Bei den Ostkelten verlieren sich La Téne-Funde mit der Zeit.Die späteren Galater Kleinasiens erscheinen sachkulturell relativ hellenisiert.
  • Die Kern-Terretorien Galliens und die Zentren der La Ténekultur scheinen sich zwar relativ gut zu decken, gerade aber das Zentrum der La téne lag eher im Westen nahe den großen Flüssen Frankreichs während das Zentrum ihrer Vorgängerkultur, der Hallstatt eher im Osten lag.
  • die späteren Zentren des inselkeltischen, Irland, Schottland und Wales waren zu keltischer Zeit Randgebiete sowohl der Kelten als auch der La Téne.Zwar sind keltische Wanderungen aus Gallien nach Britannien nachgewiesen, die insellaTéne Irlands und Schottlands jedoch beschränkt sich zumeist auf seltene britannische Importe.
  • Der Ultima-Laténe Stil Irlands und Schottlands bildete sich zu einer Zeit heraus als die festlandlkeltische Sachkultur längst in der provinzialrömischen aufgegangen war.