Herbstfest

Aus Celtoipedia
(Weitergeleitet von Cantlos)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Im modernen Heidentum wird gern im Monat September ein Herbstfest oder Erntefest gefeiert, welches häufig mit dem Datum der Herbst Tag-und-Nachtgleiche zusammengelegt wird. Aus historischer Sicht ist es jedoch schwierig eine tatsächliche vorchristliche Existenz dieses Festes zu untermauern, obgleich es natürlich viele vorchristliche Herbstbräuche gab.

Inhaltsverzeichnis

Heidnische Herbstfeierlichkeiten

Festland

Fest der Pomona

Die Römer verehrten Pomona und Vertumnus am 13. August, das Fest lag nahe der Herbst-Tag-und-Nachtgleiche so ,daß Pomona mit dieser in Verbindung gebracht wird.Sie war die Göttin der Baumfrüchte und Verkörperung des Herbstes, Vertumnus galt als Gott der Jahreszeiten und hatte auch ein eigenes Fest am 13. August.

Mithraskult

Im Mithraskult galt Cautopates, einer von Mithras Fackelträgern, als Verkörperung der Herbst- Tag-und Nachtgleiche.Mithras wird als Herr des Kosmos und Herrscher über die Equinoxien gedeutet, der im Herbst zur Tag-und-Nachtgleiche gen Himmel aufsteigt.Genauere Einzelheiten über die Inhalte und den Mythos des Mithraskultes sind allerdings heute nicht mehr bekannt.

Fest der Tamfana

Der germanische Stamm der Marser verehrte die Göttin Tamfana, zu deren Ehren Frieden geschlossen und Laubhütten erbaut wurden, das tragen von Waffen war zu ihrer heiligen Zeit untersagt, stattdessen schwelgte man in herbstlichen Erntefeierlichkeiten. Das Datum ihres Festes lag entweder im Oktober wahrscheinlicher aber gegen Ende September, auch ein Zusammenhang mit der Herbst Tag-und-Nachtgleiche wird manchmal vermutet.

Disarblot

In Skandinavien fand im Mittelalter im Herbst ein Disarblot statt, bei welchem die Disen, weibliche Schutzgeister, zum Dank für gelungene Ernte verehrt wurden.Eine Verwandtschaft mit dem südgermanischen Fest der Tamfana wird oft vermutet.

Hærfest

Bei den Angelsachsen war der Herbst als Haerfest bekannt.Einige Eigenheiten heutiger britischer Erntedankfeierlichkeiten wie das traditionelle festsetzen des Erntedankfestes auf den Sonntag der dem "Harvest Moon" am nächsten liegt, d.h. den Vollmond welcher am nahesten an der Tag-und-Nacht Zeitgleiche liegt, werden manchmal auf angelsächsische oder sogar britannisch-keltische Ursprünge zurückgeführt.

Tiocobrextion

Auf dem Coligny Kalender ist ein Tag namens "Tiocobrextion" am 15. Cantlos, welcher nach einigen Deutungen auf mitte oder Ende September fgefallen haben könnte (Allerdings ist die Deutung des Coligny Kalenders ausserst unsicher).Einige CRs , wie Alexei Kondratiev, versuchten daher ein keltisches Erntedank zu rekonstruieren, nach ihren Überlegungen könnte "Tiocobrextion" "Säuberung des Hauses" bedeutet haben.

Neuzeitliche Herbstbräuche

Inselkeltischer Raum

Blas an Fhomair

Blas an Fomhair ist ein irischer Name des Erntedankfestes, welcher auch von einigen gälisch orientierten neopaganen Gruppen als Name für ihre Herbstfeierlichkeiten benutzt wird.Häufig wird hierbei, vor allem bei Gaelic-reconstructionists und Gaelic-traditionalists, auf neuzeitliche irische Folklore und das irisch-katholische Erntedankfest urückgegriffen.Zum Teil wurden im Herbst in Irland auch Feste gefeiert die Fomhár "Ernte" oder An Clabhsúr, "(Ernte)-Abschluß", genannt wurden, diese schwankten in ihrem Datum jedoch regional, je nachdem welches Erzeugnis geerntet wurde.

St. Michael´s Day

Im 19. Jahrhundert wurde an der Westküste und den nördlichen Inseln Schottlands ein Fest zu Ehren des Heiligen Michael, des Schutzpatrons der Seefahrer, Boote und Pferde abgehalten.Diese Feierlichkeiten fanden am 29. September, also in der Nacht auf den 1. August statt, werden mitunter auch als lokaler Ausläufer oder Verwandter des irischen Lughnasadh Festes betrachtet.Traditioneller Weise wurden am Abend von St.Michael die Möhren geerntet, der "Struan Micheil" gebacken, die Lämmer geschlachtet und jugendliche stahlen in spielerischer Art und Weise Nachbarn die Pferde um darauf umherzureiten (St.Michael wurde in Schottland als Reiter auf einer weißen Stute, mit einem Dreizinkigen Speer und einem Schild mit drei spitzen dargestellt). Die Vorbereitungen für den St.Michaelstag beginnen bereits Wochen vor dem eigentlichen Ereignis, der Struan wurde von der ältesten Tochter und ihrer Mutter auf einer Lammhaut zubereiten so wie das Lamm allgemein als besonderes Tier des St. Michaelstages galt und Lammbraten mit Schafsmilch gegessen wurde.


Cailleach an Dudain, war ein Tanz der traditioneller Weise am St. Michaelstag aufgeführt wurde.Ein Mann trug einen Slachdan Geasachd und tanzte mit einer Frau im Kreis, wenn er sie mit dem Slachdan berührte, fiel sie wie tot zu Boden woraufhin er seine tote Carlin beklagte, sie erneut umtanzte, ihr auf die Hand hauchte und diese mit dem Zauberstab berührte, woraufhin die Hand langsam wieder zu Leben erwachte. Nachdem er dies mit der anderen Hand und beiden Füssen wiederholt hatte hauchte er den Mund der Tänzerin an und berührte mit dem Slachdan ihr Herz woraufhin die Frau aufsprang sich dem Mann gegenüberstellte und beide daraufhin fröhlich und lebhaft weitertanzten.

Festland

Fest des St. Cornély in Carnac

Verehrung des Hl. Silvanus

Erntedank

Heute

Rekonstruktion keltischer Herbstbräuche