Belenus

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Skizze einer vermuteten Belenus-Darstellung aus Nimes

Belenos (Auch Belenus,Beleinos, Bellinus, Belus, Belinos, Bellinos, Belanus) ist vermutlich ein keltischer Gott des Lichtes und der Heilung.

Inhaltsverzeichnis

Ikonographie

Eine Darstellung die erwiesenermassen den Gott Belenos zeigt ist nicht bekannt, allerdings wurde Belenos in gallo-römischer Zeit dem Gott Apollon angeglichen so ,daß man in einigen gallo-römischen Apollon-Statuen eigentlich den gallischen Belenos vermuten kann.Da seine mögliche Hyposthase Vindonnus ein Gott des Augenlichts und der Augenärzte war könnte er zudem mit dem Augensymbolin Verbindung stehen welchen ab und zu auf keltischen Darstellungen (z.B. Münzen) auftaucht.Manchmal werden auch gallo-römische Darstellungen eines Reiters oder eines Streitwagenfahrers für Darstellungen des Apollo-Belenus gehalten, welcher als Sonnengott über den Himmel reitet bzw. den Sonnenwagen lenkt, möglicherweise aber gehen solche Darstellungen auch erst auf kaiserzeitliche Verschmelzungen des ursprünglichen Belenuskultes mit den kulten des Sol und Apollon zurück..

Beinamen

Belenos wird als Augustus (Der Gerechte), Deo (Der Gott, Der Himmlische) und Defensori Augusto (gerechter Verteidiger) angerufen.

Bedeutung des Namens

Belenos bedeutet vermutlich Strahlender, möglicherweise auch Quellgott.Auch eine mögliche Deutung als Pfeilgott wurde erwogen.

Verbreitung

Der Belenos-Kult war weit verbreitet, seine Verehrung ist vor allem aus Gallien und Britannien bekannt, war aber auch in Norditalien, Nordspanien, dem Noricum und an der Grenze von Germanien bekannt.Sein Ursprung lag aber vermutlich im südlichen oder südöstlichen Gallien, wo seine ältesten Kultorte Aquileia und Nimes lagen oder in Noricum.

Analoge Gottheiten und Sagengestalten

Belenos entspricht etymologisch dem kymrischen Beli und der englischen Sagengestalt Bel, von einer ähnlichen Wurzel leitet sich wahrscheinlich auch der Name des irischen Balor ab sowie der des altnordischen Gottes Baldr. Die Heiligenlegende des Bonifatius kennt einen angeblichen Götzen der Sachsen und Thüringer namens Biel. In gallo-römischer Zeit wurde Belenos dem römischen Apollon angeglichen. Vermutlich hängt Belenos auch mit dem britannischen Gott Belatucadros zusammen, auch wenn jener ein Kriegsgott war und mit Mars identifiziert wurde.Ein weiterer evtl. analoger oder verwandter Gott ist Belisamarus ("Gross an Bilsenkraut").Die weiblichen Gottheiten Belisama und Belestis werden oft für Partnerinnen, "Schwestern" oder weibliche Erscheinungsformen von Belenus gehalten, ohne dass jedoch bisher Funde dies stützen konnten.Der Zusammenhang zwischen Belenos und den anderen keltischen Apollon-Hyposthasen wie Bormo, Grannus oder Maponos ist ebenfalls nicht eindeutig geklärt, es wird jedoch vermutet dass Toutiorix und Vindonnus möglicherweise lokale Beinamen Belenus' waren.In der frühen Neuzeit versuchte man Belenos namentlich mit dem kanaanitischen Gott Baal in Verbindung zu bringen, dessen Name jedoch einer anderen sprachlichen Wurzel entstammt.Auch mit dem irischen Bile verbindet Belenos kein etymologischer Zusammenhang, jedoch gleicht Biles Mythologie in so vielen Punkten der des kymrischen Beli ,daß dennoch häufig eine Verbindung vermutet wird.Da über Belenus kaum etwas bekannt ist, außer ,daß es sich um einen Gott der Heilung und des Lichts oder der Sonne handelt wird er über die vermutete sprachliche Verbindung zu Balder manchmal auch mit Jesus Christus und Mithras verglichen.Bei den Neodruiden wird häufig Hu-Hesus als Erscheinungsform des Belenus gedeutet.In der französichen Tierfabel ist Belin oder Nelinus ein Name des Widders.Für weitere Spekulationen sorgten inselkeltische Personennamen wie Cunobelinus ("Cymbeline") und Lugobelinus ("Llewellyn"), letzterer sorgte z.B. dafür dass Belenus auch als Bei- oder Kultname des Gottes Lugos gedeutet wurde.Es handelt sich aber vermutlich einfach um theophore Personennamen.

Kult und Brauchtum

Belenos wurden Tempel und Altäre geweiht, er wurde aber auch an Quellen bzw. Brunnen verehrt so ist z.B. ein heiliger Brunnen des Belenos aus Aquileia bekannt als dessen Beschützer Belenos galt und bei dessen Belagerung er am Himmel auf Seiten der Stadt mitgekämpft haben soll, auch war er der Provinzgott Noricums.An Belenos Heiligtümern wurden dem Gott kleine Tonfiguren von Reitern und Pferden als Votivgaben geopfert, auch fanden sich in Orten mit seinem Kult große Bäder so ,daß ein Reinigungs- und Badekult um Belenos Heilfunktion und Sonnensymbolik angenommen werden kann.Der Gott Belenus soll seinen Anhängern auch Prophezeiungen gemacht haben, so ,daß mantisches Brauchtum anzunehmen ist.Eine gallische Kult- oder Opferschale die evtl. zur Oprerung von Rauchwerk diente trug den Namen "Beleinos" als Inschrift.Das als Hexen- und Orakelkraut bekannte Bilsenkraut ("Belenuntia") wird für eine mögliche Räuchersubstanz im Belenuskult gehalten.

Häufig wird mit Belenos oder einer seiner inselkeltischen Entsprechungen das Beltaine-Fest in Verbindung gebracht,bei dem die Herden zwischen zwei Feuern hergetrieben wurden um sie zu segnen und Krankheiten zu vertreiben, in Schottland sind aus der Neuzeit einige Beltainesegen überliefert.Bel wäre demnach nicht nur ein Heilgott sondern auch als Feuergott und Gott der Herden aufzufassen.

Der Hl. Vigor soll im 6. Jahrhundert einen der letzten heinischen Tempel Galliens zerstört haben, ein Bergheiligtum des Belenus bei Bayeux, der Sage nach soll er dort ebenfalls einen Drachen erschlagen haben, welcher die Gegend heimsuchte.

Inschriften

  • CIL III, V, XII
  • RIG 1
  • AE 1895,1959, 1961,1975,1986,1992

Literatur

Bernhard Maier: 'Lexikon der keltischen Religion und Kultur. Kröner, Stuttgart 1994, ISBN 3-520-46601-5